Tagesfahrt des Heimatvereins nach Dinant
Am 30. Mai machten sich 52 Reiselustige mit dem Heimatverein Hüls auf den Weg nach Dinant in Belgien an der Maas. Nach den ersten gemeinsamen Liedern musste der Bus wegen anhaltenden Gewittern um Maastricht und Lüttich seine Geschwindigkeit zwar stark drosseln, aber wir kamen trotzdem noch rechtzeitig an der Zitadelle in Dinant an und konnten befreit aufatmen und die frische Luft genießen.
Die Zitadelle ist für jeden Dinant-Besucher ein „Muss“, allein schon wegen der fantastischen Aussicht, herunter auf die Stadt, hinüber zu den Ardennenhöhen, nach rechts und links auf den Maasverlauf. In den musealen Räumen der Zitadelle findet man eine Schmiede, eine Küche und eine Bäckerei aus dem frühen 19. Jahrhundert, Waffenkammern mit Rüstungen, Säbeln, Bajonetten und Schusswaffen, einen „schiefen“ Bunker, einen Gefechtsstand mit Schützengraben, umfangreiche Informationen zur Stadtgeschichte und eine Aufarbeitung der Geschehnisse vom 23. August 1914, als kaiserdeutsche Truppen in Dinant 624 Zivilisten umbrachten und zahlreiche Häuser in Brand setzten. In Erinnerung an dieses Massaker findet bis zum heutigen Tag jährlich am 23. August eine Gedenkfeier am Memorial 14-18 statt, an der im Jahr 2023 auch eine Abordnung aus Krefeld teilgenommen und um Vergebung gebeten hat.
Etwas nachdenklich gestimmt ging es dann mit dem Bus hinab Richtung Innenstadt, wobei der Fahrer spontan Beifall erhielt, als er, eine Abkürzung nehmend, sein Gefährt im Schleichgang durch ein Felsentor steuern musste und rechts und links nur einige Zentimeter „Luft“ hatte. In der Stadt selbst erinnert Vieles an Adolphe Sax, der als Instrumentenmacher irgendwann auf die Idee kam, ein Blechblasinstrument mit dem Mundstück eines Holzblasinstrumentes zu versehen und damit einen bis dahin unbekannten Klang erzeugte. Damit war das Saxophon geboren, das Sax 1846 patentieren ließ, das auf der Weltausstellung 1853 in New York zum „Renner“ wurde und seinen Siegeszug durch die Welt antrat. Das brachte die Stadtväter Dinants nach den Wirren der beiden Weltkriege auf die Idee: Unsere Saxophone könnten zur Völkerverständigung und zum friedlichen Miteinander einladen, Grenzen überwinden und Kulturen verbinden. Und so stehen mittlerweile 37 Riesen-Saxophone bunt bemalt oder in den Nationalfarben befreundeter Länder auf Brücken, Plätzen oder Straßen.
In kleinen Interessensgruppen wurde nun nach ausreichenden Informationen durch die Reiseleitung und mit einem Stadtplan versehen die Stadt erkundet. Einige wollten den Weg zum Memorial 14-18 mit den Namen der 624 Ermordeten einschlagen, andere besuchten die Stiftskirche Notre Dame mit dem größten neugotischen Buntglasfenster Europas, das mit zahlreichen Szenen aus dem Marienleben versehen ist, wieder andere suchten die gläserne Riesensaxophon-Wasseruhr in der Nähe des Rathauses oder versuchten, im Maison Sax die Prototypen der ersten Saxophone mit teils meterlangen Rohren durch Knopfdruck zum Klingen zu bringen und den „Bolero“ von Ravel zu hören, bevor man sich zur abschließenden Schiffsrundfahrt über die Maas an Dock 3 einfand. Dass es zwischendurch auch Zeit für Kaffee, Kuchen, Eis oder ein kühles „Leffe“ gab, muss wohl nicht extra erwähnt werden. Aber alle waren sich einig: Dinant ist mehr als eine Reise wert.
Text und Fotos : Hubert Kopp













