„Kunst und Kultur“: Besuch der Jüdischen Gemeinde Krefeld

Ergriffen waren die Besucher des Heimatvereins nach ihrer Führung durch die Räumlichkeiten der Jüdischen Gemeinde Krefeld.

Rabbiner Rav Yitchak Mendel Wagner berichtete über den Werdegang der Gemeinde, den Holocaust in der Zeit des Nationalsozialismus, aber auch über den Überfall der Terrororganisation Hamas auf Israel im Oktober 2023: „Da ist für uns eine Welt untergegangen“, sagt der Rabbiner. Auch aktuell sei die Lage ernst, Sicherheitsmaßnahmen seien unerlässlich.
Sämtliche Krefelder Synagogen sind während der NS-Zeit zerstört worden, erst 1982 organisierte sich die Jüdische Gemeinde neu an der Wiedstraße. Es waren lediglich 130 Mitglieder, viele von ihnen in fortgeschrittenem Alter, so dass der Gemeinde die Auflösung drohte. Der Zerfall der Sowjetunion 1989 brachte den Zuzug vieler Juden aus Osteuropa mit sich. Die Krefelder Gemeinde stellte sich neu auf und erweiterte im Lauf der Jahre ihre Räumlichkeiten. Heute ist sie längst fester Bestandteil im religiösen Leben Krefelds.
Rabbi Wagner skizzierte den Gästen nicht nur die meist leidvolle Geschichte seiner Glaubensgemeinschaft, sondern schilderte auch das typische Leben eines Juden mit seinen zahlreichen Festen und Zeremonien. Er tat das in einem ausgesprochen lebendigen, nie langatmigen Vortrag. Enthalten waren immer wieder auflockernde humoristische Bemerkungen, welche die Besucher zum Schmunzeln brachten, den ernsten Hintergrund aber nie vergessen ließen.

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