Hülser Kulturherbst 2026 – Wilelm
Der eine heißt Willi, der andere Elmar. Wenn sie gemeinsam als Duo auf der Bühne stehen, nennen sie sich Wilelm und präsentieren Lieder aus eigener Herstellung und „en bissken wat aufe Gitarre“. Sie machten in den Heimatstuben den Auftakt des Kulturherbstes, und Rainer Nabbefeld, Zweiter Vorsitzender des Heimatvereins, konnte einmal mehr vermelden: „Wir sind ausverkauft.“
Die beiden Musiker nahmen die Besucher mit in ihre Welt und beschrieben den täglichen Wahnsinn, den die meisten bestens aus eigener Erfahrung kennen. Da gibt es beispielsweise männliche und weibliche Maschinen. Eines der wichtigsten maskulinen Geräte ist der Laubsauger. Da warten auch in diesen Tagen wieder viele Herren der Schöpfung sehnlich darauf, dass die Bäume ihre Blätter verlieren, damit sie endlich mit gutem Gewissen Krach machen können. Durchaus existenziell ist die Frage an Alexa, ob ein Leben ohne diesen modernen Flaschengeist überhaupt noch vorstellbar ist. Sie versetzt ihren Besitzer in eine Art Paradies, muss aber noch lernen, die Toilettentür zu schließen. Beeindruckt zeigte sich das Duo von den immer wieder kreativen Durchsagen der Bundesbahn-Märchenfee, die für jede noch so ungewöhnliche Panne eine plausibel klingende Erklärung findet.
In weiteren Beiträgen ging es unter anderem um das schändliche Treiben der Mafia am Niederrhein, um nervende Nachbarn und Verwandte und um Erfahrungen mit dem Hund als neuem Oberhaupt der Familie. Und dann die Wutbürger, für die auf dieser Welt nichts gut ist: Die Sonne scheint nicht, der Kaffee ist kalt, das Bier ist warm und überhaupt. Zu Depressionen und Schönheitsidealen äußerte sich Wilelm, bevor es zu einem versöhnlichen Ende kam. Trotz der vielen schlechten Nachrichten, die täglichen auf einen einprasseln, kam das Duo zur Erkenntnis: „Das Leben ist ein schönes Geschenk.“ Der große Beifall zeigte, dass auch das Publikum dieser Meinung war.
Die nächste Veranstaltung des Kulturherbsts findet am Samstag, 26. September, 19 Uhr, in der Konventskirche statt. Es gastiert das Jazzduo „Tonsson“ (Christoph Niermann, Uli Müller-Romeike), das an diesem Abend durch Schlagzeugerin Sabine Lucks ergänzt wird. Der Eintritt kostet acht Euro, Kartenreservierungen unter kulturherbst@heimatverein-huels.de
HEINER DECKERS









