Huelser Strassennamen 7

Hülser Straßennamen mit R-S

RADEWEG (1960)

Früher:

Im Bereich der nach Vögeln und Pflanzen der Feldflur benannten Wohnstraßen und -wege im östlichen Teil des Baugebiets Roßmühle erhielt der Weg seinen Namen nach der (Korn)rade.

RAPSSTRASSE (1976)

Früher:
Mohnstraße (1960)

REEPENWEG (1937)

Früher: 
bis Leidener Straße:
Mühlenweg WLB1860
Mühlenweg UK1826
Mühlenweg DS1660
ab Leidener Straße:
Reepenweg WLB1860
Reepenweg UK1826
Reepenweg / Niederweg DS1660
Weg von der Windmühle nach Rebenhof 1560

Der Weg führte früher zum Reepenhof in Unterweiden. Seit dem Bau der Venloer Straße ist er unterbrochen. Die Flurbereinigung hat ihn auch in der Lage verändert. In alter Zeit wurde er auch als Niederweg bezeichnet.
Der hierzu gehörende Hohe Weg (1544 Hoher Weg der von der Windmühle nach Kaithuysser Hof geht) ist untergegangen. Er lag weiter südlich zwischen Reepenweg und Kempener Straße.

REITZGÄSSCHEN

Früher:     
      

Der Name des schmalen Fußweges zwischen Hölschen Dyk und Fette Henn geht auf die Familie Reitz zurück, die am Hölschen Dyk einen Garten neben der Einmündung des Weges besaß. Im Jahre 1915 wurde der Garten an die Gemeinde Hüls verkauft.

REKTORATSSTRASSE ( 1970)

Früher:
Rheinstraße (1947)
Rheinstraße UK1826
Nedderstraaß LB1750
Niederstraße 1719
bis zum Kriegerdenkmal:
Schlageterstraße (1933)

Die enge Rektoratsstraße, die alte Niederstraße, und die Konventstraße, die alte Hochstraße, waren urspründlich die einzigen bebauten Straßen des alten Hülser Ortskerns.
Der Name Rektoratsstraße geht auf die von 1856 bis 1896 bestehende Hülser Rektoratschule zurück. Sie befand sich auf dem neben dem Pastorat gelegenen Grundstück der heute noch erhaltenen alten Vikarie.
In Höhe der Vikarie stand in der alten Niederstraße auch das Bruchtor, das den Flecken zum Bruch hin abschloß.
In dem Gefälle der Straße wird der Höhenunterschied zwischen der Mittel- und der Niederterrasse deutlich spürbar.

RENNSTIEG

Früher : 
Bergstraße 1898

Schon bald nach der Entdeckung des Hülser Berges als Erholungsgebiet begann man um die Jahrhundertwende auch mit seiner Erschließung für den Bau von Landhäusern. Außer am Talring entstanden diese Häuser an einem in Längsrichtung über die Höhe des Berges verlaufenden Weg. Seinen Namen gab man ihm vermutlich in Anlehnung an den über die Kammhöhen des Thüringer Waldes verlaufenden Rennstieg.
Aus einer ähnlichen, vom damaligen Zeitgeist bestimmten Einstellung heraus wurden übrigens unter dem Einfluß des Hülser und des Krefelder Verschönerungsvereins für einzelne Bereiche auf dem Berg und im Bruch auch Bezeichnungen wie Tafelberg, Bismarckhöhe, Wolfsschlucht, Fuchsgasse, Nachtigallenwäldchen, Schnepfenstrich und Dreizehnlinden eingeführt. Sie haben sich jedoch kaum durchgesetzt.

RINGSTRASSE (1947)

Früher:
Umgehungsstraße

Die Straße entstand nach dem letzten Krieg. Als Ergänzung des innerörtlichen Verkehrsnetzes stellte sie damals den Anschluß der Schulstraße an die Krefelder Straße her. Dazu war auch der südliche Abschnitt der Schulstraße nach Osten verschwenkt worden. Bis dahin traf die Schulstraße gegenüber dem Darder- Heiligenhäuschen auf die Tönisvorster Straße.

ROHRAMMERDYK (1976)

Früher :
3. Langendyk

SAARLANDSTRASSE (1937)

Früher :

Der Straßenname erinnert an die Wiedereingliederung des Saarlandes in das deutsche Staatsgebiet im Jahre 1935.

ST. HUBERTER LANDSTRASSE (1970)

Früher :
St. Huberter Straße (1937)
Hubertusstraße
St. Huberterweg WLB1860
Hagelkreuzweg DS1660

Die Straße führt nach St. Hubert. Die ehemals selbständige, im Jahre 1913 aus den Honschaften Broich und Orbroich gebildete Gemeinde ist seit 1970 Bestandteil der Stadt Kempen.
Früher wurde die Straße auch als Hagelkreuzweg bezeichnet, weil sie zu dem heute noch vorhandenen Hagelkreuz am Krusenboom führt.
Schon im Jahre 1699 berichtet der Hülser Pfarrer Lövenberg, daß die Prozession am Sonntag in der Oktav von Christi Himmelfahrt auch zu diesem Hagelkreuz geht.
Derartige Kreuze stehen am Niederrhein häufig an einem Krusenboom. Mit dieser Bezeichnung wird nicht etwa die krause Form des Baumes beschrieben, sondern sie leitet sich, wie Albert Steeger beschrieben hat, davon ab, daß es sich meist um Grenzbäume handelt, in die als Grenzzeichen ein Kreuz eingeschlagen war.

SCHERERSTRASSE (1947)

Früher:
Egerer Strasse

Als nach dem Einzug der Franzosen sich der letzte herrschaftliche Hülser Amtmann Anno Laurenz Rosen (1721-1780), der seit 1770 im Amt war, weigerte, mit den neuen Herren zusammenzuarbeiten, wurde der bisherige Schöffe und Besitzer des Schwertzgutes (später Riddershof) an der heutigen Kreuzstraße Johann Jakob Scherer (1748-1820) im Jahre 1799 Maire der neu gebildeten Mairie de Hüls. In der folgenden preußischen Zeit blieb er bis zu seinem Tode Bürgermeister der Gemeinde Hüls.

SCHLOTTWEG

Früher:
Schlottweg WLB1860
Schlottweg UK1826
Schlotweg DS1660

Der alte Feldweg verlief früher von der Tönisvorster Straße gegenüber der Einmündung des Höferweges bis zur Landwehr östlich der Drügstraße, heute nur noch bis zum Mönnickweg. Sein Name leitet sich sicherlich von einem Schloß, einem abschließbaren Durchgang in einer Landwehr oder einer ähnlichen Abgrenzung ab.

SCHULSTRASSE (1949)

Früher:
Benrader Straße (1947)
Schulstraße (1937)
Benrader Straße (1872)
Alte Crefelder Straße WLB1860
Landstraße von Crefeld nach Geldern UK1826
Heerstraße DS1660

Die Straße war Bestandteil der früher am alten Hüls vorbeiführenden Landstraße (Heerstraße) von Krefeld nach Geldern (siehe Alte Landstraße).
Ihren heutigen Namen erhielt sie nach der an ihr liegenden, 1881 errichteten Knabenschule. Das Schulgebäude, dessen Flügelanbau abgerissen wurde, wird seit einigen Jahren zu Wohnzwecken genutzt.
Benrad war eine der sechs Honschaften des kurkölnischen Amtes Kempen. Sein mit -rad endender Name weist darauf hin, daß es sich um altes Rodungsgebiet handelt. 1815 wurde es selbständige Gemeinde in der Bürgermeisterei Hüls. Die Gemeinde Benrad wurde 1929 aufgelöst; der größte Teil des Gemeindegebietes kam zu Krefeld, kleinere Teile wurden Hüls, das auch Rechtsnachfolger von Benrad wurde, zugeschlagen.

SCHWALBENWEG (1960)

Früher:

SEIDENWEBERSTRASSE (1970)

Früher:
Weberstraße (1954)

Der Straßenname erinnert daran, daß bis in die Nachkriegszeit die meisten Hülser ihr Brot in der Textilbranche verdienten.

SPERBERDYK (1976)

Früher:
4. Langendyk

SPRUDELDYK

Früher:

Bei einer Steinkohlesuchbohrung stieß man im Jahre 1895 im Hülser Bruch auf den „Krefelder Sprudel“. Zunächst entströmte das Mineralwasser durch inneren Druck und stieg bis auf eine Höhe von über 5 Metern über dem Gelände. Auf Flaschen gefüllt wurde es bis zum Jahre 1959 als Heil- und Tafelwasser vertrieben. Heute ist der Brunnen versiegt. Der hölzerne Bohrturm ist erhalten.

STAPPERWEG (1937)

Früher:
Section C (1872)
Stapperspick WLB1860
Stapperbleiche WLB1860

Der Weg führte vom nicht mehr vorhandenen, zu den Bruckerhöfen gehörenden Stapperhof in den Bereich der hier früher gelegenen zahlreichen ortsnahen Gärten. Die alten Bezeichnungen waren Stapperspick und Stapperbleek (-bleiche). An der Bleiche pflegten im vergangenen Jahrhundert die Hülser Hausfrauen ihre Wäsche zu bleichen. Eine zweite, größere Gemeindebleiche befand sich übrigens an der Westseite der Flöth in dem Abschnitt zwischen Fette Henn und Boomdyk.

STEEGER DYK (1976)

Früher:
Steegerdyk
Steegerschen Dyk WLB1860
Stegers Dyk UK1826
Stegersche Deich oder Wehrdrift LB 1750

Der uralte Dyk führte aus der zur Honschaft Benrad gehörenden Bauernschaft Steeg ins Bruch. Dementsprechend gehörte er nicht zur Herrlichkeit Hüls, sondern zum Amt Kempen. Der Hülser Amtmann notierte im Lagerbuch der Herrschaft „dieser deich ist Kempischer jurisdiction“. Beim Ratschen-Baum, der den Weg nach Haus Rath freigab, wo eine Nebenlinie der Herren von Hüls saß, durchstieß er die Landwehr.

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