Hülser Straßennamen mit K-L
KARL-HENGSTEN-WEG (1976)
Früher:
Grenzweg
Karl Hengsten (1888-1963) war in der schwierigen Zeit nach der Währungsreform von 1948 bis 1950 ehrenamtlicher Bürgermeister von Hüls.
Die Bezeichnung Grenzweg ergab sich, weil der Weg in diesem Bereich seit 1929 die Hülser Gemeindegrenze bildete.
KAUFFMANSSTRASSE (1970)
Früher:
Neustraße
Neustraße WLB1860
Neustraße UK1826
Der Kauffmanshof (Kopes) lag am Brustert und wird bereits 1429 genannt. Im Jahre 1901 brannte er ab und wurde nicht wieder aufgebaut.
Die Familie Kauffmans, die im 19. Jahrhundert ausstarb, stellte über Jahrhunderte Hülser Schöffen. Auch viele Geistliche gingen aus ihr hervor. Der bedeutendste war Johann Gottfried
Kauffmans (1702-1782), der Obersiegelbewahrer der Kölner Kurie und einige Zeit Rektor der alten Kölner Universität war.
In der Klever Straße lag an der Einmündung der Kauffmansstraße das „Törchen zu den Kauffmanshöfen“. Von hier führte der Brustertkirchpfad als Fußweg aus der Moersischen Straße zum Brustert und damit auch zum Kauffmanshof.
Die Kauffmansstraße war ursprünglich nur ein Feldweg zwischen der Moersischen Straße und der im Westen verlaufenden Landstraße (heute Tönisberger Straße). Mit der Bebauung dieses Weges mit kleinen, meist eingeschossigen Weberhäuschen begann man im 18. Jahrhundert. So entstand im Territorium der Hülsisch-Moersischen Straße, das ja nur aus einem
kurzen Stück der heutigen Klever Straße und der Einmündung der Fette Henn bestand, eine „neue“ Straße, eben die Neustraße.
KEMPENER STRASSE
Früher:
Kempener Straße WLB1860
Kempischer Weg DS1660
bis zur Herrenmühle:
Mühlenweg UK 1826
Mühlenweg DS1660
Der alte, über Unterweiden nach Kempen führende Weg wurde 1845 als Bestandteil der Krefeld-Venloer Bezirksstraße als Chaussee ausgebaut.
Da er früher von dem am Markt gelegenen Mühlentor auch zu der im Kempener Feld gelegenen Herrenmühle führte, die die Hülser Herren im Jahre 1443 gebaut hatten, nannte man ihn bis
zu dieser Mühle in alter Zeit auch Mühlenweg.
Die Bockwindmühle, die im nordöstlichen Bereich der Kreuzung Leidener Straße/Reepenweg lag, wurde im Laufe der Jahrhunderte übrigens mehrfach nach Zerstörungen oder Einstürzen
wieder aufgebaut. Im Jahre 1896 wurde sie endgültig niedergelegt und der Mühlenhügel abgetragen.
Zum Unterschied zur 1625 an der St. Huberter Landstraße errichteten Neumühle (auch Gastendonker Mühle, Fennersmühle) hieß die Herrenmühle auch Altmühle und schließlich nach ihren späteren Besitzern auch Scherermühle (zu den Hülser Mühlen siehe auch An der Roßmühle und Mühlenweg).
KIEBITZDYK (1978)
Früher:
KLAUSUR
Früher:
Aus einem 1398 gegründeten Beginenhaus entwickelte sich das Frauenkloster von der Verkündigung Mariens. Es wurde von Anfang an allgemein auch Klausur (Klus) genannt.
Die Franzosen hoben das Kloster im Jahre 1802 auf. Seitdem sind in seinen Gebäuden – auch in der Kapelle – Wohnungen eingebaut.
Für den Bau der neuen großen Pfarrkirche wurde im Jahre 1865 der südliche Teil der Klostergebäude mit der alten Pforte abgerissen. Die Klosterscheune wurde im Jahre 1907 zum „Marienheim“, einem katholischen Jugendheim, umgebaut.
KLEESTRASSE (1960)
Früher :
KLEVER STRASSE (1976)
Früher:
Moersische Straße (1937)
Geldernsche Strasse 1860
Gelderstraße UK1826
Moerser Straß LB1740
bis Kauffmansstraße:
Moerser Straße 1875
Moersstraße WLB1860
ab Am Strathhof:
Gelderner Straße (1947)
dreieckiger Platz am der Eimündung Fette Henn:
Buttermarkt
Gemüsemarkt UK1826
Schwanenmarkt
Der südliche Abschnitt der Klever Straße ist die alte, bis zur französischen Zeit zur Grafschaft Moers gehörende Hülsisch-Moersische Straße. Sie erstreckte sich von den Grenzen zwischen
den Häusern Klever Straße Nr. 1 und 3 sowie 2 und 4 bis zur heutigen Kauffmansstraße.
Ihre Häuser entstanden seit dem 16. Jahrhundert auf dem Gelände, das Mathias von Hüls im Jahre 1363 in einer Erbteilung erhalten hatte. Durch Verpfändung war es an die Grafen von Moers gelangt. Die Hülsisch-Moersische Straße teilte, wie das benachbarte Krefeld, das Schicksal der Grafschaft, kam 1600 an die Oranier und schon 1702 zu Preußen.
Im 17. und 18. Jahrhundert war sie eine Zufluchtstätte für Mennoniten, Protestanten und auch Juden, die hier schon im 18. Jahrhundert einen Betraum hatten. Die an seiner Stelle im Jahre 1883 errichtete Synagoge wurde 1938 von den Nazis zerstört.
Die platzartige Erweiterung der Klever Straße vor der Einmündung der Fette Henn ist der kleine Marktplatz der alten Hülsisch-Moersischen Straße. Auf ihm stand die mit einem Schwan gekrönte Pumpe. Daraus entwickelte sich die Bezeichnung Schwanenmarkt. Im 19. Jahrhundert, als man auf dem kleinen Platz einen Wochenmarkt einrichtete, wurden die Namen
Gemüse- oder auch Buttermarkt gebräuchlich. Heute gibt der Bottermaat dem jedes Jahr im Herbst in Hüls stattfindenden Marktfest seinen Namen.
Nördlich der Kauffmansstraße wurde die Klever Straße erst um 1830 als Bestandteil der neuen Landstraße von Krefeld nach Geldern angelegt. Dieser jüngere Teil der Straße ist deutlich durch seine größere Breite ablesbar.
KONVENTSTRASSE (1976)
Früher :
Hochstraße (1947)
Moersische Straße (1937)
Hochstraße WLB1860
Hochstraße UK1826
nördliches Teilstück:
Op de Kniep 1788
Die enge Konventstraße, die alte Hochstraße, und die Rektoratsstraße, die alte Niederstraße, waren ursprünglich die beiden einzigen bebauten Straßen im alten Flecken Hüls. An der Konventstraße sind noch viele historische Gebäude erhalten.
Ihren Namen trägt die Straße nach dem früher an ihr gelegenen Konventkloster (siehe Im Konvent).
Kurz vor ihrem nördlichen Ende in Höhe der Häuser 28 und 29 lag das Törchen, das den Flecken zur Hülsisch-Mörsischen Straße abschloß.
Das kleine, sich nach Norden anschließende Stück der Straße bis zum Beginn des moersischen Gebietes nannten die alten Hülser Op de Kniep.
KORNBLUMENWEG (1956)
Früher :
KREFELDER STRASSE
Früher :
Crefelder Straße WLB1860
Die Krefelder Straße wurde erst um 1830 als Teil der damals geänderten, nun durch den Ort verlaufenden Führung der Landstraße von Krefeld nach Geldern gebaut (siehe Alte Landstraße). Bei ihrer Einmündung in den Markt öffnete man durch den Abriß eines Hauses die ehemals geschlossene südliche Platzwand.
Nach ihrer Fertigstellung wurde die Krefelder Straße ziemlich schnell mit schlichten, relativ einheitlichen zweigeschossigen Häusern bebaut.
Im Laufe der Zeit, insbesondere seit dem Bau der nach Krefeld führenden Straßenbahn, entwickelte sich die Krefelder Straße zur Hauptgeschäftsstraße von Hüls.
KRETENBÄSKESWEG (1937)
Früher:
Section A (1872)
Von Bäskesdyk nach Boomdyk WLB1860
An der Straße Hinter der Papenburg lagen früher Kreiten-Erb und Bäskes-Erb. Als die beiden kleinen Gehöfte vereinigt wurden, nannte man die dort wohnende Familie Kreitenbäskes.
KREUZLÜCKENSTRASSE (1976)
Früher:
Albrecht-Dürer-Straße (1937)
Section C (1872)
Der Straßenname hält die Erinnerung an die Familie Kreuzlücken (auch Kreuzlücker) aufrecht. Die aus St. Tönis gekommenen Kreuzlücken saßen bis um 1880 als Schuster und Ackerer auf einem kleinen, im südöstlichen Kreuzungsbereich von Steeger Dyk und Bruckersche Straße gelegenen Erb, dem heutigen Maaßenhof. In der Nähe der Kreuzlückenstraße lag übrigens früher Maaße-Flaaskull.
KREUZSTRASSE
Früher:
Brocker Kirchweg WLB1860
Fußweg von Crefeld nach Hüls UK1826
Kirch Pfadt 1805
zwischen Hülser Markt und Auf dem Graben:
Schwertz-Kirchpadt LB1750
südlich Jakobstraße:
Schützenstraße (1872)
Die Kreuzstraße ist aus dem alten Kirchpfad der Bruckerhöfe, an deren Rückseite der unbebaute Pfad entlang lief, entstanden. Ihren Namen erhielt die Straße später nach dem anstelle der alten Jerusalemkapelle errichteten Kreuz, das früher im nordwestlichen Eckbereich von Kreuz- und Jerusalemstraße stand (siehe Jerusalemstraße).
Der Abschnitt zwischen dem Dorfgraben und dem Markt war der Schwertz-Kirchpadt, weil er über das Gelände des Schwertzgutes (später Riddershof) führte.
KRÜSERSTRASSE (1937)
Früher:
nördlicher Abschnitt:
Section E (1872)
Das im letzten Krieg zerstörte, zur alten Bauernschaft Steeg gehörende Krüser-Erb lag nördlich der heutigen Straße ein Stück vor ihrer Einmündung in die Venloer Straße. Der Hof, der
früher auch Cruseler hieß, wird schon im Jahre 1405 erwähnt.
LANGEN DYK (1976)
Früher:
1. Langendyk
Der lange Dyk WLB1860
Langen Dyk UK1826
LEFKESWEG (1937)
Früher:
Weg von Höfer Hagelkreuz nach Lefken UK1826
Hißweg DS1660
Hiestweg 1540
Der Weg beginnt in Benrad und führt bis zur Kempener Straße, wo er früher im Bereich des Lefken, einer bereits 1660 genannten Geländevertiefung (leefgen, auch Lefkeskaul), endete.
Diese Grube, aus der man früher wahrscheinlich Kies für den Wegebau gewonnen hat, wurde nach dem letzten Krieg als Mülldeponie benutzt und vollständig verfüllt. In ihrer Nachbarschaft
werden 1663 ein „Lewighuys“ und 1660 das „Liefges bäumgen“ erwähnt.
Früher, so zum Beispiel in der Descriptio des Amtes Kempen aus dem Jahre 1660 nannte man den gesamten Weg einschließlich seiner Fortsetzung nach Norden über die Kempener Straße hinaus Hißweg (auch Hiesweg). Diese nördliche Verlängerung ist in der Flurbereinigung untergegangen. Schon seit längerem hatte sich südlich der Kempener Straße die Bezeichnung Hißweg auf einen östlich des Lefkesweges gelegenen ebenfalls inzwischen in der Flurbereinigung untergegangenen Feldweg (Dornstieg DS1660) verlagert.
Am Lefkesweg steht nördlich des Höferhofes an der alten Abzweigung zum Gierlingshof in Unterweiden das Höfer-Hagelkreuz. In alter Zeit war es üblich, bei dem Höfer-Hagelkreuz am
hagelfeyertag Brot, das auf dem wedemhof (Pastorat) gebacken worden war, an die Armen von Benrad zu verteilen, wie sich zum Beispiel in den Hülser Kirchenrechnungen der Jahre 1662 und 1665 nachlesen läßt. Derartige Brotspenden fanden im Flecken Hüls am Kalvarienberg hinter der alten Kirche statt.
LEIDENER STRASSE (1980)
Früher:
Die niederländische Stadt Leiden ist seit 1974 Partnerstadt der Stadt Krefeld
LERCHENSTRASSE (1954)
Früher:
LEUTHER STRASSE (1980)
Früher:
Das ehemals selbständige Leuth ist seit 1970 Bestandteil der Stadt Nettetal im Kreis Viersen.
LICHTENBERGSTRASSE (1993)
Früher:
Der aus Hüls stammende Josef Lichtenberg (1920-1982) war ein bedeutender Erforscher der Hülser Familien- und Ortsgeschichte. Sein Nachlaß wird im Stadtarchiv Krefeld aufbewahrt.
LOBBERICHER STRASSE (1980)
Früher:
Das ehemals selbständige Lobberich ist seit 1970 Bestandteil der Stadt Nettetal im Kreis Viersen.
LÖNSPFAD
Früher:
Herman Löns (1866-1914), Dichter der Lüneburger Heide, war Jagd- und Wanderschriftsteller. Er ist im ersten Weltkrieg gefallen.
LOOKDYK (1937)
Früher:
Laakdyk WLB1860
Laak Diek UK1826
Der Dyk führt vom Laakhof am Brustert, von dem noch Reste vorhanden sind und bei dem sich früher der Laakbaum, ein Schlagbaum in der vorbeiführenden Landwehr befand, ins Bruch. Früher war er Bestandteil eines wichtigen, von Moers nach Kempen führenden Weges (siehe Am Lefkeshof).
LOUSBILLDYK
Früher:
Die Straßenbezeichnung nimmt den Namen der Ausflugsgaststätte „Lus Bell“ an der Nieper Straße auf. Diese entwickelte sich im vergangenen Jahrhundert aus einer Gastwirtschaft, in der zunächst hauptsächlich Fuhrleute und Kutscher auf dem Weg zwischen Moers und Krefeld verkehrten. Ihren Namen erhielt sie von der seinerzeit beliebten Wirtin Sybilla Lausberg.
LÜNGERWEG
Früher:
Der uralte Feldweg führt vom Lüngerhof am Botzweg in den Bereich der Felder bis zum Bränkesweg. Der Lüngerhof, der zunächst ter Lynden hieß, wird bereits 1405 erwähnt und gehört zur alten Bauernschaft Steeg in der Honschaft Benrad.
