Huelser Strassennamen 4

Hülser Straßennamen mit I-J

IM HESSLE (1953)

Früher: 

Die Siedlungsstraße erhielt ihren Namen nach einer alten Flurbezeichnung. Schon auf der 1723 von dem Geometer Engelbronner angefertigten Karte von Stadt und Herrlichkeit Krefeld trägt die Gegend die Bezeichnung Im Hesselen.
Manche nehmen an, daß der Name auf den ab 1640 am Niederrhein tobenden fürchterlichen Hessenkrieg zurückgeht, in dem im Jahre 1642 bei Hüls eine wichtige Schlacht zwischen den kaiserlichen Truppen unter General Lamboy und den vereinigten französisch-hessisch-weimarischen Truppen unter General Guebrion stattfand.
Wahrscheinlicher ist jedoch, daß sich der Straßenname von hees ableitet, der alten Bezeichnung für früher in unserer Gegend vielfach vorhandene Niederwaldbestände, die meist auf einer natürlichen oder künstlichen Erhöhung des Geländes (Meliorationsgräben und -wälle) stockten.

IM KONVENT (1990)

Früher:

Aus einem um 1420 entstandenen Beginenhaus entwickelte sich das Frauenkloster St. Cäcilia. Es wurde von Anfang an allgemein auch (großer) Konvent genannt.
Die Franzosen hoben das Kloster im Jahre 1802 auf. Die Klosterkirche („Konventskirche“) mit ihrer herausragenden Barockeinrichtung kam an die katholische Pfarrgemeinde. Die übrigen Klostergebäude erwarb die Gemeinde Hüls, die hier im Laufe der Jahre ein Armenhaus, die Schule, Lehrerwohnungen, das Gemeindebüro, das Spritzenhaus, ein Arrestlokal und schließlich auch in dem alten Rektorhaus das erste Hülser Krankenhaus einrichtete.
Heute sind die noch erhaltenen Gebäudeteile als Wohnungen genutzt.

IM PARADIES (1956)

Früher: 

Vor der Bebauung lag in diesem Gebiet eine Erwerbsgärtnerei. Aufgrund ihrer schönen Blumenpracht und auch der jeweils üppigen Obsternte bürgerte sich bei den Hülsern für diesen Bereich die Bezeichnung et Paradies ein.
Sie wurde bei Anlage der Wohnstraße als Straßenname übernommen.

IM WIESENGRUND (1937)

Früher:           
Section C (1872)

Die kleine Siedlung entstand in den dreißiger Jahren in dem idyllisch gelegenen Wiesengrund südlich des Plankerdyks.

JAKOB-HÜSKES-STRASSE

Früher:

Jakob Hüskes (1910-1970) war von 1964 bis 1969 der letzte ehrenamtliche Bürgermeister von Hüls und außerdem langjähriger Vorsitzender des Aufsichtsrates des Gemeinnützigen Bauvereins Hüls.

JAKOB-HUSMANS-STRASSE (1979)

Früher : 

Jakob Husmans (1889-1958), der Präsident der „Großen Karnevalsgesellschaft Breetlook“ war in den dreißiger Jahren als Jaköbke Wiederbegründer und Motor des Hülser Karnevals. Er inszenierte den jährlichen Sturm der Alten Weiber auf Krefeld und propagierte den Hülser Karnevalsgruß Breetlook und die Symbolfigur der Trina.

JAKOBSTRASSE (1872)

Früher:
Weg über Brockerhof
Mommenweg

Der untergegangene Bruckerhof, der den Bruckerhöfen den Namen gab, lag im südwestlichen Eckbereich von Bruckersche Straße und heutiger Jakobstraße. Die spätere Jakobstraße entwickelte sich aus einem Weg, der über das Gelände des Bruckerhofes zur Krefelder Straße führte. Der ebenfalls nicht mehr vorhandene Mommenhof lag ihm gegenüber.

JERUSALEMSTRASSE (1947)

Früher :
Richard-Wagner-Straße (1937)
Jerusalemsstraße WLB1860

Der Name der Straße geht auf die kleine Jerusalemkapelle zurück, die im nordwestlichen Eckbereich der heutigen Kreuzung von Jerusalem- und Kreuzstraße lag. Sie wird schon im Jahre 1657 erwähnt, als der Hülser Pfarrer Servatius Werckens das Recht eines Prozessionsweges von der heutigen Bruckerschen Straße neben dem dort gelegenen Meyserhof nach Meiser Jerusalem erwarb. Dieser Prozessionsweg war der Anfang der Jerusalemstraße. Das Jerusalemkapellchen wurde 1827 abgebrochen und durch ein Kreuz ersetzt.
Die Umbenennung ausgerechnet dieser Straße, die manchmal fälschlicherweise auch als Jerusalemer Straße bezeichnet worden war, nach Richard Wagner geschah in der nationalsozialistischen Zeit sicherlich nicht ohne den Hintergedanken an die antisemitische Einstellung des Komponisten.

JOEPPENSTRASSE (1957)

Früher :
Dr.-Joeppen-Straße

Der in Hüls geborene Dr. theol. Heinrich Joeppen (1853-1927) wurde nach einer Tätigkeit als Militärseelsorger in Wesel, Münster und Breslau Feldpropst des preußischen Feldheeres und der Marine sowie Titularbischof von Cisamo.
Seinen Lebensabend verbrachte er in Hüls im „Joeppenhaus“ (Klever Straße Nr. 8). Dieses Haus und die angrenzenden Gebäude vermachte er der katholischen Pfarre, die hier das nach ihm benannte, inzwischen aufgegebene Jugendheim „Heinrichstift“ errichtete. Heute trägt das an der Burg gelegene katholische Pfarrzentrum den Namen „Heinrich-Joeppen-Haus“.
Joeppens Grab befindet sich in der Hülser Pfarrkirche.

JOSEF-HEINRICHS-STRASSE (1976)

Früher :
Heinrichsstraße (1970)
Bahnstraße
Weg nach und durch Steeg WLB1860
Benrather Straße UK1826
Steegstraße
Höver Fuß Pfad DS1660

Der aus Elmpt stammende Josef Heinrichs (1879-1955) war von 1912 bis 1931 Hülser Bürgermeister. In seiner Zeit erfolgten der Neubau des Cäcilienhospitals auf dem Gelände des Konvents und auch des großen Gebäudes für Post und Sparkasse am Christian-Roosen-Platz.
Die alte Steegstraße führte früher vom Hülser Ortskern in die Bauernschaft Steeg. Da sie damit auch nach Benrad führte, nannte man sie offenbar zeitweise auch nach dieser Honschaft. In alter Zeit war sie in Verbindung mit dem heutigen Mühlenweg und dessen westlicher Verlängerung auch die kürzeste Verbindung aus dem Flecken Hüls zu dem großen, in Benrad gelegenen Höferhof.
Mit dem Bau der Bahnanlagen der Krefeld-Kreis Kempener Industrie-Eisenbahn, der späteren Krefelder Eisenbahn im Jahre 1870 wurde diese Verbindung zum Steeg und nach Benrad abgeschnitten. Nun führte die Straße nur noch zum Bahnhof, um dessen Lage vor dem Bau heftig gestritten worden war und der inzwischen auch schon seit vielen Jahren nicht mehr besteht.

JOSEFSTRASSE

Früher:
östlicher Abschnitt:
Op de Pley, auch Schmetpley

Die Josefstraße ist wohl als letzte der quer zur Krefelder Straße verlaufenden Straßen angelegt worden. Im Jahre 1860 bestand sie jedenfalls noch nicht. Früher lag im nordöstlichen Eckbereich mit der Krefelder Straße eine Schmiede.
Pley ist die mundartliche Bezeichnung für einen (freien) Platz.

JOSTENSTRASSE (1947)

Früher:
Langemarckstraße

Der aus Hüls stammende Stephan Anton Josten (1806-1884) war von 1837 bis 1884 Hülser Bürgermeister. In seine lange Amtszeit fallen der Bau des Cäcilienhospitals in dem Rektorhaus des alten Konvents, des Bürgermeisteramts an der Tönisberger Straße und der Knabenschule an der Schulstraße sowie die Anlage des neuen Friedhofs an der Tönisberger Straße. Zu seiner Zeit wurde auch die Krefeld-Kreis Kempener Industrie-Eisenbahn, die spätere Krefelder Eisenbahn gebaut.
Bei dem belgischen Ort Langemarck fand eine der ersten Schlachten des ersten Weltkrieges statt. In ihr fanden viele junge deutsche Kriegsfreiwillige den Tod.

JUNKERSDYK (1976)

Früher:
Distelendyk WLB1860

Der Krefelder Seidenhändler Johannes Junkers (1828-1899) war Gründer und Baas des Krefelder Wanderklubs. Er entdeckte den Hülser Berg und das Bruch als Wander- und Naherholungsgebiet für die Krefelder. Im Jahre 1887 ließ er auf dem Berg mit dem „Johannesturm“ den ersten Aussichtsturm errichten. In seiner Nachbarschaft und im Bereich der Serpentinenauffahrt an der Ostseite des Berges („Baaswald“) führte Junkers großflächige Aufforstungen des damals noch weitgehend unbewaldeten Berges durch. Schließlich vermachte er diese Flächen und weiteres Bruchgelände der Stadt Krefeld.

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