Huelser Strassennamen 2

Hülser Straßennamen mit B-D

BACHSTELZENDYK (1976)

Früher: 
2. Langendyk

BONENWEG (1976)

Früher:
Neuer Weg

Der Weg verläuft über das ehemalige Gelände des Hofes In der Bonen, dessen nach einem Brand im Jahre 1883 erneuerte Gebäude noch vorhanden sind (Bruckersche Straße Nr. 68). Er gehört zu den Bruckerhöfen.

BONHOEFFERSTRASSE (1976)

Früher: 
Elisabethstraße
Parallelstraße WLB1860

Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) war evangelischer Theologe, Direktor des Predigerseminars der Bekennenden Kirche und Dichter. Als Mitglied des Widerstandes gegen die Nazis wurde er von diesen im KZ Flossenbürg hingerichtet.
An der Bonhoefferstraße liegt die evangelische Kreuzkirche. In Hüls wuchs nach dem letzten Krieg die Zahl der Evangelischen, die vorher sehr klein gewesen war, stark an. Nachdem zunächst der Gottesdienst in verschiedenen vorhandenen Gebäuden abgehalten werden mußte, konnte im Jahre 1964 die Kreuzkirche als erster evangelischer Kirchbau in Hüls fertiggestellt werden.

BOOMDYK (1937)

Früher:           
Section A (1872)
Monschauen- oder Baum Dieck 1860
Boomdyk WLB1860
Boomdyk UK1826
Hülsscher Deyck 1797
Gemeine Drift oder Dieck LB1750
Hülserdyk um 1730

Der Boomdyk hat seinen Namen von dem Hölschen Boom (Hülser Baum). An diesem Schlagbaum querte der Dyk die am Flöthbach entlang laufende Landwehr und führte dann durch das Bruch und über den Berg zur Niep (siehe auch Am Baumhof und Hohlweg).
Auf einer um 1730 entstandenen Karte und auch 1797 wird er, da am Hülser Baum gelegen, noch als Hülser Dyk bezeichnet.
Der heutige Hölschen Dyk führte damals nur bis zu den hinter dem Langen Dyk gelegenen Pannschoppen und hieß dementsprechend zunächst auch Pannschopps Dyk. Vermutlich hat er seine heutige Bezeichnung erst erhalten, nachdem er nach dem Verkauf des Hülser Bruches am Beginn des vorigen Jahrhunderts weiter nach Osten in das Bruch geführt wurde (siehe Hölschen Dyk).
Dann erst wurde auch aus dem durch den Hölschen Boom führenden Dyk der Boomdyk.
Die Bezeichnung Monschauendyk ergab sich, weil an seiner Südseite früher der untergegangene Monschauenhof lag.

BOTZWEG (1937)

Früher:
Section E (1872)
Alte Crefelder Straße WLB1860
Landstraße von Crefeld nach Geldern UK1826
Heerstraße

Der Weg erhielt seinen Namen von dem an seiner Südseite gelegenen, zur Bauernschaft Steeg gehörenden Botzhof, später Tümmershof. Im Jahre 1507 wird hier Heyncken Bots genannt.
Im Jahre 1909 wurde beim Bau der heute nicht mehr vorhandenen Weberei Sternemann an der Nordseite des Botzwegs eine Reihe von Brandgräbern angeschnitten. Man nimmt an, daß sie aus der Übergangszeit von der Bronzezeit zur Hallstattkultur (1000 bis 800 vor Christus) stammen. Man kann sie neben der eisenzeitlichen Fluchtburg auf dem Hülser Berg als einen Beweis für eine frühe Besiedlung des Hülser Raumes ansehen. Die geborgenen Graburnen befinden sich heute im Museum Burg Linn.

BRACHTER STRASSE (1980)

Das ehemals selbständige Bracht ist seit 1970 Bestandteil der Gemeinde Brüggen im Kreis Viersen.

BRÄNKESWEG

Früher:
Bränkesweg WLB1860
Bränkesweg UK1826
Brengesweg DS1660

Der Name dieses sehr alten, zwischen Tönisvorster Straße und Drügstraße verlaufenden Feldweges geht auf den untergegangenen, im Bereich der Drügstraße gelegenen Breingeshof zurück. In der im Jahre 1591 von Johann Mercator in Duisburg gestochenen Karte der Grafschaft Moers ist er neben dem ebenfalls untergegangenen, südlich der Drügstraße gelegenen Wilhelmshof eingetragen.

BRUCKERSCHE STRASSE (1937)
Früher :
Bruckerhöfe
Brockersche Straße WLB1860
Bruckersche Straße UK1826
Broicher Straß LB1750
von Rektoratstraße bis Auf dem Graben:
Schwanenstraße WLB1860
Königsstraße UK1826
von Auf dem Graben bis Jerusalemstraße:
An de Kröck
Krückstraße WLB1860
von Auf dem Graben bis Stapperweg:
Ritterstraße 1898
von Stapperweg bis Plankerdyk:
Section B (1872)
von Steeger Dyk bis Planker Dyk:
Plankerstraße 1934
Von der Brockerschen Straße längs Queyen und Planker
nach Inrath WLB1860

Außerhalb des Fleckens Hüls lagen an dem entlang der Kante zwischen Mittel- und Niederterrasse verlaufenden Weg von Hüls nach Inrath die Bruckerhöfe. Der nicht mehr vorhandene Bruckerhof selbst, der der Gruppe den Namen gab, war südlich der Einmündung der heutigen Jakobstraße gelegen.
Der Straßenabschnitt der Bruckerschen Straße zwischen Rektoratsstraße und Auf dem Graben, der ja noch innerhalb des alten Fleckens lag und durch das am Graben gelegene Tor zu den Bruckerhöfen hin abgeschlossen wurde, hieß zunächst Schwanenstraße nach dem alten Gasthof Zum Schwan an der Ecke Rektoratsstraße/Bruckersche Straße, später eine Zeitlang Königsstraße.
Das Teilstück der Bruckerschen Straße zwischen Auf dem Graben und der Jerusalemstraße nannten die alten Hülser An de Kröck, später etwas vornehmer Krückstraße.
Schließlich trug es bis zum Stapperweg für einige Zeit auch den Namen Ritterstraße.
Der südliche Abschnitt der Bruckerschen Straße wurde bis 1937 eine Zeit lang nach dem dort gelegenen Plankerhof als Plankerstraße bezeichnet.

BRUSTERTKIRCHPFAD (1947)

Früher :
Brusterpfad (1937)
Brusterkirchpfad
Brustertsche Kirchpfad WLB1860
Brustersche Kirchweg UK1826

Die heutige Straße ist nur noch ein kurzes erhaltenes Stück des alten Kirchpfades. Er führte früher, vom Beckers Pannschopp im Norden kommend, an der Rückseite der am Brustert gelegenen Höfe vorbei bis zum Törchen am Nordende der Hülsisch-Moersischen Straße in Höhe der heutigen Kauffmansstraße.
Über den schmalen Kirchpfad, den man als Fußweg zur Kirche benutzte, wurden nach altem Brauch auch die Toten zum Kirchhof getragen. Im Jahre 1848 beschwerten sich die Anwohner des Brustert zum Beispiel wegen einer Einengung des Weges durch einen Neubau und forderten …so muß der Umgang um diese Ecke geräumig bleiben, damit ohne Gefahren die Brusterschen Leichen hierdurch können getragen werden.
Ein ähnlicher Kirchpfad bestand übrigens im Süden des alten Hüls für die Bruckerhöfe im Verlauf der heutigen Kreuzstraße.
Der Orbroicher Kirchweg (1533 Lickweg van Orbroich), der vom Keggenhof in Orbroich zur Landstraße (heute Klever Straße) im Bereich der Hexelskaul führte, die in den letzten Jahren in die Hülser Friedhofserweiterung einbezogen wurde, ist in der landwirtschaftlichen Flurbereinigung untergegangen.
Der Brustert- und der Bruckerkirchpfad wurden in füherer Zeit auch gerne von den Bewohnern der geldrischen Vogtei (Tönisberg, Stenden, Aldekerk, Nieukerk) benutzt, wenn sie nach Hüls oder weiter nach Krefeld gingen. Für die Hülser waren die Leute aus der Vogtei achter et Plänksken t’huis, das heißt, daß sie aus den Dörfern hinter der Vinnbrück, der aus Planken bestehenden Brücke über den Landwehrbach kamen.

CÄCILIENSTRASSE (1927)

Die im 3. Jahrhundert enthauptete römische Märtyrerin Cäcilia ist Patronin der Kirchenmusik. In Hüls war sie aber auch Patronin des Klosters St. Cäcilia (Konvent) und der Weber.
Im 19. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 20. verdienten die meisten Hülser zunächst mit der Haus- später mit der Fabrikweberei ihren Unterhalt. Der 22. November, der Cäcilientag, war der Hauptfesttag der Weber, an dem in Hüls alle Webstühle stillstanden.

CHRISTIAN-ROOSEN-PLATZ (1949)

Früher:
Roosenplatz (1947)
Sparkassenplatz
Adolf-Hitler-Platz (1933)
Benrader Straße

Der kleine Platz vor dem von dem Hülser Architekten Carl Dahmen (1884-1976) entworfenen schönen Gebäude von Post und Sparkasse entstand erst 1930/31, als man die alte Straßenflucht bei dem Bau des neuen Gebäudes zurückverlegte.
Der aus einer alten Hülser Familie stammende Christian Laurenz Roosen (1796-1877), von Beruf Kleinhändler und Landwirt, war von 1820-23 Hülser Bürgermeister und lange Zeit Kirchenrendant. Als erster Hülser Geschichtsschreiber verfaßte er seit dem Jahre 1850 die Materialien zur Chronik des Fleckens Hüls.
Bei seinem Tode vermachte er der Gemeinde Hüls 75 000 Mark für das 1847 eingerichtete Cäcilienhospital.

CYRIAKUSSTRASSE (1976)

Früher:
Wilhelmstraße (1927)

Cyriakus war Diakon der römischen Kirche und starb während der diokletianischen Christenverfolgung nach dem Jahr 300 den Märtyrertod. Nachdem seine Reliquien im 10. Jahrhundert in das untergegangene Stift Neuhausen bei Worms gekommen waren, verbreitete sich seine Verehrung im Rheinland. Er ist der Patron der Hülser Pfarrkirche.

DEN HAM

Früher:
Eickerweg WLB1860
Mühlenweg, der nach der Stiegen geht DS1660

Ham bezeichnete früher eine Krümmung oder einen Winkel, z. B. auch ein Joch für Pferde. Vermutlich hat sich der Straßenname aus der gekrümmten Form des alten Weges ergeben.
Der benachbarte Eickerhof gab dem Eickerweg den Namen.
Der Weg führte von der Herrenmühle zur Bauernschaft Steeg.

DISTELWEG (1956)

Früher:

DOECKELSTRASSE (1907)

Früher:

Die Straße führt über das ab 1907 erschlossene Gelände des ehemaligen Doeckelhofes (Tönisberger Straße 9/11). Ihr Name erinnert auch an den von diesem Hof stammenden Hermann Doeckel (1839-1914), der von 1884 bis 1912 Hülser Bürgermeister war und in dessen Amtszeit die Vergabe des Straßennamens erfolgte. Während seiner Hülser Dienstzeit entstanden Gas- und Wasserwerk, es kam auch zur Ansiedlung erster Industriebetriebe in Hüls.

DOHLENWEG (1960)
DRÜGSTRASSE

Früher:
Drügstraße WLB1860
Drüge Straße UK1826
Trügstraaß 1778
Drüger stiegen 1663
südlicher Abschnitt:
Bönniger Viehsteeg WLB1860
Bönniger Straße UK1826
Bönniger Stieg DS1660

Der Name dieser sehr alten, über das offene Feld führenden Straße macht deutlich, daß es sich um eine trockene Straße handelte (drüsch mundartlich für trocken). Sie unterschied sich dadurch von den meisten Hofwegen, die am Rande von Geländerinnen oder -dellen gelegen und somit zu bestimmten Jahreszeiten mehr oder weniger naß waren.
In älterer Zeit wurde der südliche Straßenabschnitt nach dem heute noch dort liegenden Bönnigerhof bezeichnet. Schon im Jahre 1259 wird ein Rudolphus de Boningen als Kempener Gerichtsschöffe genannt.

DÜFFELSWEG (1937)

Früher:

Der Weg führt entlang der Düffelskath in Benrad.

DÜNKIRCHENER STRASSE (1980)

Früher:

Die französische Stadt Dünkirchen ist seit 1975 Partnerstadt der
Stadt Krefeld.

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