Enthüllung der Skulptur „Luthers Traum“
Die Skulptur „Luthers Traum“, die jetzt an der Ecke Boomdyk / Am Königspark enthülllt wurde, stammt aus dem Atelier des Hülser Bildhauers Georg Zimmermann. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt des Bürgervereins und der Bürgerinitiative „Lebenswertes Hüls“. Zu sehen sind zwei Türme, an deren Spitze jeweils eine Glocke aufgehängt ist. Die Stahlkonstruktionen stehen auf runden Kufen, die es ursprünglich möglich gemacht haben, die Türme zur Seite zu ziehen und in Bewegung zu versetzen. Tat man das, läuteten die Glocken. Aus Gründen der Sicherheit sind die Türme jetzt aber fest mit dem Sockel verbunden. Die Schräglage, in der die beiden Türme nun fixiert sind, lässt die einstige Dynamik aber durchaus noch erahnen.
Die Symbolik der Glocken bleibt ohnehin präsent: Sie sollen, wie es einst Luther tat, wachrütteln, zum Nachdenken auffordern und zu neuem Handeln anregen. Der Künstler selber, der an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert hat, wollte nicht sich, sondern lieber sein Werk in den Mittelpunkt stellen: „Ich als Erbauer bin eigentlich unwichtig, die Skulptur soll ein Eigenleben entwickeln.“
Die Planungsphase bis zur Enthüllung dauerte acht Jahre, sagte Andreas Lischke, Vorsitzender des Bürgervereins. Der Standort auf einer ungenutzten Rasenfläche ist nicht zufällig gewählt, weil dort gerade Platz war. „Luthers Traum“ steht genau im Übergang von der Natur in das Siedlungsgebiet, auf der Schwelle zwischen dem Hülser Bruch und den letzten Häusern des Boomdyks. Dieses weithin sichtbare Zeichen an der Schnittstelle zwischen Stadt und Natur soll dazu aufrufen, nicht zu fahrlässig mit der Natur und damit mit der Zukunft unseres Lebensraums umzugehen. Die neue Skulptur soll erst der Anfang sein. Geplant ist, an allen Einfallstraßen Werke von Hülser Künstlern zu platzieren.“
Text: Heiner Deckers, Fotos: Michael Schäfer







